Der EX30 trägt alle Gene seiner erfolgreichen Brüder
Volvo hat seine Ziele beim Verkauf rein elektrischer Fahrzeuge (BEV) hochgesteckt, bis Ende 2025 soll der Anteil weltweit bei 50 Prozent liegen. Kein anderer Hersteller geht dies so konsequent an. Der neue EX30 ist ein wichtiges Modell auf diesem Weg, sogar das wichtigste. Bereits Ende 2024 soll das kompakte SUV auf Platz 1 der schwedischen Verkaufsliste stehen. Das wird ihm ganz sicher auch gelingen. Denn mit selbstbewusstem Auftritt, attraktiver Motorisierung und vielen kreativen Ideen bietet er alles, was man von einem vollelektrischen Premium-SUV der Marke Volvo erwarten darf. Sicherheit, stilvolles skandinavisches Design und nachhaltige Materialauswahl inklusive. Der 4,23 Meter lange EX30 (ab 36590 Euro) wirkt schon im Stand mit niedriger Motorhaube, extra breitem Scheinwerferdesign, großen Rädern in markanten Radhäusern und vergleichsweise hoher Bodenfreiheit (16,5 cm) kraftvoll-imposant. Das i-Tüpfelchen ist ein schwarzes Dach, cool und fein zugleich. Inspiration für die Frontpartie lieferte den Designern das Helmdesign von Boba Fett, dem berühmten Kopfgeldjäger aus „Star Wars“. Das Volvo Emblem sitzt dort dominant, die Sensoren der Assistenzsysteme sind hier ebenfalls diskret integriert.
Viel Platz und Komfort
SUV-typisch ist die Sitzposition hoch, die Beinfreiheit vorne wie hinten angenehm groß. Die Konstrukteure haben einige clevere Stauraum-Ideen ungesetzt, ein herkömmliches Handschuhfach gibt es nicht. Dafür oberhalb der Mittelkonsole ein per Knopfruck öffnendes kleines Klappfach. Das Gepäckabteil bietet mit 318 bis 904 Liter Volumen ausreichende Möglichkeiten, die jeweils große Türablage ebenfalls. Zum minimalistisch gestalteten Innenraum passt die Auswahl an Materialien wie die selbst entwickelte Polsterung. Nordico besteht aus recycelten PET-Flaschen und biologisch angebautem Material aus schwedischen und finnischen Wäldern. Eine weitere hier eingesetzte Idee ist „Pixel Knit“. Das mit einer Flachstrickmaschine hergestellte Material besteht zu 100% aus recyceltem Polyester, ist atmungsaktiv, erlaubt ungewöhnliche Farbverläufe und vermittelt ein angenehm luftiges Gefühl. Besonders gut gefallen haben uns die Bezüge aus Wollmischungen. Clever gelöst: Nur ein 12,3-Zoll-Bildschirm steht bildlich gesehen im Zentrum der Armaturentafel, er zeigt alle wichtigen Informationen für den Fahrer an. Geschwindigkeit und Batterieladestand sind prominent im oberen Bereich angeordnet, darunter Navigation, Medien und Bedienelemente. Wer es gerne ruhiger mag, blendet die nicht so wichtigen Informationen aus oder schaltet dunkel auf Nachtansicht. Alles etwas ungewohnt, doch das vereinfacht den Alltag, macht ihn ablenkungsfreier.
Hilfreich ist die Integration von Google, damit lässt sich das Fahren deutlich angenehmer und komfortabler gestalten. Vor allem mit der Sprachsteuerung. Eine spezielle EX30 App ermöglicht das Fahrzeug aus der Ferne zu ver- und entriegeln, ein offenes Fenster zu schließen, den aktuellen Batterieladestand zu überprüfen oder den vergessenen Platz im Parkhaus oder sonst wo zu finden. Und mit dem digitalen Autoschlüssel lässt sich der Wagen mit Freunden zu.
Image Gallery - Volvo EX30
Svenska Säkerhet
Wie es sich für einen Volvo gehört, ist das Niveau beim Thema Sicherheit und Unfallschutz sehr weit oben angelegt. Modernste Kamera- und Sensortechnik sorgt für frühzeitiges Erkennen potenzieller Gefahren, unterstützt bei Bedarf durch Brems- oder Lenkeingriffe. Zum Serienumfang gehören etwa Fußgänger-, Radler- und Motorroller-Erkennung inklusive Lenkeingriff, adaptive Temporegelanlage mit Kurven- und Überholassistent, aktiver Spurhalteassistent oder Ausstiegswarnung zur Vermeidung von Kollisionen mit Radlern durch das Türöffnen.
Ist ein Unfall nicht zu verhindern, schützen moderne Rückhaltesysteme, erstklassige Fahrzeugstruktur und diverse Airbags. Darunter ein blitzschnell aufgehender Luftsack auf der Innenseite des Fahrersitzes, der beim Seitenaufprall Verletzungen an Kopf und Brustkorb verhindern soll.
![]()
Attraktive Motorisierung
Im Basismodell sorgt ein E-Motor (272 PS) mit ordentlich dimensionierter Hochvoltbatterie (51 kWh) für gute Fahrwerte und eine vergleichbare WLTP-Reichweite von bis zu 344 Kilometern. Mit stärkerem Akku (69 kWh) sind bis zu 476 Kilometer möglich. Auch hier wird die Kraft über die Räder am Heck übertragen. In der Top-Version sorgen zwei E-Motoren (Systemleistung: 428 PS) für Allradantrieb und deutlich bessere Fahrleistungen. Nur 3,6 Sekunden dauert im Extremfall der Spurt aus dem Stand auf 100 km/h. Mit der großen Batterie ist hier eine maximale Reichweite von 450 Kilometern drin. Im urbanen Bereich bringt das Ein-Pedal-Fahren ein Plus an Reichweite, denn die Batterie wird regelmäßig durch Bremsen aufgeladen. Fühlt sich zuerst merkwürdig an (weil ungewohnt), doch schnell empfindet man es als sehr komfortabel, will diese Funktion nicht mehr missen. Die teils optionale Wärmepumpe wirkt sich ebenfalls positiv auf die Reichweite aus.
Einfaches Laden wo auch immer
Einfaches und vergleichbar schnelles Laden ermöglicht daheim und unterwegs ein Onboard-Charger mit 11 kW (optional 22 kW). Immer an Bord ist ein Mode-3-Kabel für dreiphasiges Wechselstrom-Laden mit 16 Ampere. An Gleichstrom-Schnellladestationen lässt sich der Akku in 26 Minuten von zehn auf 80 Prozent füllen, die maximale Ladeleistung beträgt je nach Modell bis zu 153 kW.
So fährt er sich
Das Ziel jederzeit leicht beherrschbarer Fahreigenschaften wurde hier mit modernster Technik und jahrzehntelangem Know-how der beteiligten Ingenieure eindrucksvoll erreicht. Eine wichtige Rolle spielt auch hier die tief und mittig im Fahrzeug eingebaute Hochvoltbatterie. Der damit verbundene tiefe Schwerpunkt ist ein wichtiger Pluspunkt für Fahrstabilität und Dynamik. In den Versionen mit einem Motor und Heckantrieb vermeidet die Trennung zwischen gelenkten und angetriebenen Rädern Antriebseinflüsse in der Lenkung, was sich vor allem beim starken Beschleunigen positiv bemerkbar macht. Schärferes Einlenken in Kurven und ein insgesamt dynamischeres wie direkteres Fahren mit weniger Untersteuern sind weitere angenehme Aspekte. Wer bei Freizeitaktivitäten öfters mal auf rutschigem Untergrund oder nassen Wiesen unterwegs ist, trifft mit dem Allradantrieb die bessere Wahl. Auch wer öfters mal etwas ziehen muss.
Wie es Euch gefällt: die Ausstattung
Nur drei Ausstattungslinien (Core, Plus, Ultra) vereinfachen die Wahl, die sich durch Lackierungen (5), Sitzbezüge und Räder individualisieren lässt. Das Dach ist ab Plus in Hochglanzschwarz lackiert. Basis-Ausstattung Core: Schon hier ist im Armaturenbrett eine mit dem Internet verbundene und sehr hochwertige Schaltzentrale eingebaut. Über den 12,3 Zoll großen Touchscreen geht es ins Android Infotainmentsystem, gemeinsam entwickelt mit Google. Es umfasst Google Maps (Karten- und Navigationsdienst) und Google Assistant (Spracherkennung), dazu Apps plus Services anderer für E-Modelle. Immer mit an Bord sind Klimaautomatik, elektrische Standheizung mit Timer-Funktion oder soundstarkes Audiosystem. Die Türen entriegeln beim Annähern, der Motor wird gestartet, wenn der Fahrersitz besetzt, das Bremspedal betätigt und der Vorwärts- oder Rückwärtsgang einlegt wird. Eine Wärmepumpe (optional im Basismodell) unterstützt bei der Klimatisierung des Innenraums und beim Erwärmen oder Kühlen der Hochvoltbatterie. Das macht sich positiv bei der Reichweite bemerkbar. Ausstattungslinie Plus: Sie bietet zusätzlich unter anderem ein Premium Sound System (1040 Watt, 9 Lautsprecher, Subwoofer) von Harman Kardon, 2-Zonen-Klimaautomatik, kabelloses Ladesystem für Smartphones, Heckklappenautomatik, 19-Zoll-Alufelgen, Dach und Außenspiegel in Hochglanzschwarz oder Einparkhilfe vorne/hinten, Spurführungs- und Spurwechselassistent. Top-Ausstattung Ultra: Zusätzlich an Bord sind hier z.B. elektrisch einstellbare Vordersitze und Lendenwirbelstützen, Panorama-Glasdach, Parkkamera mit 360-Grad-Rundumsicht oder ein automatisches Einparksystem.
von Achim Stahn